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Preisverleihung

Preisverleihung Dr. Volker Bandelow, Vorsitzender Paritätisches Jugendwerk NRW

Blick in den Festsaal, Bild Jörg Lange

Die Jury hatte eine Auswahl aus fast 60 Bewerbungen zu treffen, die fast alle preiswürdige Projekte beschrieben. Wieder einmal war die Beratung in der Jury geprägt von fachlicher Kompetenz, Bereitschaft zum Voneinander-Lernen, Einsicht in die Argumente anderer und schließlich den Konsens. Ich danke Frau Elsing vom Ministerium für Generationen, Frau Aden vom Pädagogischen Zentrum Aachen und Herrn Dück von der Evangelischen Freien Gemeinde Herbertshausen, einem Preisträger der vergangenen Jahre, dafür sehr herzlich.

Die Jury hat drei Preise vergeben und zwei lobende Erwähnungen ausgesprochen:
Die lobenden Erwähnungen gehen an zwei Mitgliedsorganisationen, die in ihrer täglichen Arbeit unter sehr verschiedenen Aspekten das verdeutlichen, was interkulturelle Jugendarbeit heute ausmacht und auszeichnet:

IFAK Bochum, Bild Jörg Lange

Da ist zum einen in Bochum die IFAK, die seit nunmehr 30 Jahren auf fachlich sehr hohem Niveau ein Netzwerk generationenübergreifender Arbeitsfelder geknüpft hat. Unterschiedliche Formen der sozialen Arbeit, darin auch die außerschulische Jugendarbeit enthalten, lassen vielfache Formen des "Miteinander in gegenseitigem Respekt" entstehen.

Jugendzentrum Nord, Bild Jörg Lange

Da ist zum anderen das Jugendzentrum Nord in Herten, deren Breakdance-Gruppe uns ihr Miteinandern und "Voneinander-Lernen" eben anschaulich präsentiert hat. Das Jugendzentrum erhält seine lobende Erwähnung speziell in Anerkennung einer Arbeit unter besonders schwierigen ökonomischen und personellen Bedingungen. Nur durch die Unterstützung der Jugendlichen, die selbst ehrenamtlich Verantwortung übernehmen, kann hier ein sehr kleines, hoch-engagiertes Team noch die Aufgabe wahrnehmen, Jugendlichen aus vielfältigen Herkunftsländern Heimat und Unterstützung bietet. Mit dieser Anerkennung will die Jury auch den Blick lenken auf die Bedingungen, unter denen immer noch versucht wird, trotz zusammengestrichener Jugendetats in den Brennpunkten sozialer Arbeit noch zukunftsorientiert zu arbeiten.

Rom e.V., Bild Jörg Lange

Der dritte Preis geht an Rom e.V. in Köln. Mit dem Projekt „Amora Kher“ - zu deutsch "Unser Haus" - werden dort Roma-Kinder unter Berücksichtigung und Akzeptanz ihres kulturellen Hintergrundes an das deutsche Schulsystem herangeführt.
Die Jury will mit diesem Preis vor allem den Ansatz würdigen, konsequent unter Beachtung der Eigenarten und Bedürfnisse der Roma gezielt bei den Kindern und Jugendlichen die Voraussetzungen zu schaffen, mit denen ein Von-Einander-Lernen und Miteinander-Agieren in der deutschen Gesellschaft erst möglich wird.

Pro Mädchen, Bild Jörg Lange

Der zweite Preis wird dem Verein "Pro Mädchen – Mädchenhaus Düsseldorf" zugesprochen für das Projekt "Leyla - Kompetenzzentrum für Mädchen". Die Jury war besonders von dem Ansatz begeistert, dass hier der Migrationshintergrund und die Interkulturalität der Mädchen bewusst und aktiv nicht als Stigma, sondern als Ressource, Chance und kreatives Potential begriffen und eingesetzt wird. Dass dabei konsequent auch Frauen mit Migrationshintergrund für die fachliche Betreuung eingesetzt werden, bedarf leider ebenfalls einer positiven Erwähnung, da es entgegen dem gesunden Menschenverstand leider noch nicht der Normalfall ist.

Von dem Videoprojekt "Maryam. Dokumentation über die letzten Monate einer krebskranken palästinensischen Frau" in Wuppertal, war die Jury so begeistert, dass sie sich den Videozyklus "Identitäten, Zusammenleben und Partizipation zwischen den Kulturen" des Medienprojekts Wuppertal genauer ansah. Dabei kam die Arbeit einer Mitgliedsorganisation zum Vorschein, die zwar schon viele Fachpreis für die Qualität ihrer Projektergebnisse erhalten hat und deren neue "Filmrollen" nicht nur in Wuppertal regelmäßig die Beachtung eines großen Publikums findet, die aber noch nie wirklich für ihre wichtigen Beiträge zur interkulturellen Arbeit mit Jugendlichen geehrte wurde.

Medienprojekt, Bild Jörg Lange

Die jungen Filmemacher und -macherinnen des Medienprojekt Wuppertal scheuen sich nicht, dahin zu gehen, wo es weh tut, wo es im kulturellen Diskurs gilt, Wände zu durchbrechen, Tabus zu hinterfragen, andere Wege aufzuzeigen - so wie in dem genannten Film, in dem das Tabu "Sterben" im interkulturellen Kontext einfühlsam thematisiert wurde. Mit Blick auf diesen Film ist auch die Arbeit des "Hospizvereins Lebenswelten" in Wuppertal ausdrücklich zu würdigen, der diesen Film in seinen Räumen möglich gemacht hat und der sich damit übrigens auch beworben hat. Die Jury möchte den Preis aber dem Medienprojekt Wuppertal geben mit Blick auf seine kontinuierliche Arbeit mit Jugendlichen zu vielfältige, brennenden und unbequemen Themen des Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher Kulturen.
Und wenn uns jetzt die Preisträger kurz in einem Film vorgestellt werden, den das Medienprojekt Wuppertal produziert hat, dann sind wir doch wieder - wenn auch nur virtuell - bei dem Träger des ersten Preises zu Gast.

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