Die Preisverleihung Initiativenpreis 2005

Dr. Volker Bandelow begrüßt zur Preisverleihung:

Dr. Volker Bandelow - Bild Jörg Lange

Dr. Volker Bandelow

Eigentlich, liebe Paritäterinnen und Paritäter, sehr geehrter Herr Wellhausen, ist es seit Jahren Tradition, dass die Preisverleihung des Initiativenpreises des Paritätischen Jugendwerkes immer in der Einrichtung stattfindet, die den ersten Preis gewonnen hat.
Heute sind wir mal Gast auf der Mitgliederversammlung unseres Mutterverbandes. Und wir sind hier sehr gerne Gast, Herr Wellhausen, und haben die Preisträger mitgebracht - die ich hiermit ebenfalls sehr herzlich begrüße. Ganz besonders begrüße ich Frau Dr. Gierden-Jülich, die für den Jugendbereich zuständige Staatssekretärin im Ministerium für Generationen.

Das Land NRW hat einen wesentlichen Anteil am Zustandekommen des Initiativenpreises.

Frau Fischer, Frau Gierden-Jülich - Foto Toni Clasen

Frau Fischer, Frau Dr. Gierden-Jülich

Seit Jahren und mit verlässlicher Stetigkeit. Dafür unseren herzlichen Dank, verbunden mit dem Wunsch auf eine weiterhin, so gute Zusammenarbeit. Eine Zusammenarbeit, die bisher immer auf fachlichem Respekt und persönlichem Vertrauen basierte. Der Initiativen-Preis zieht sich seit nunmehr 10 Jahren wie ein roter Faden durch die Zusammenarbeit zwischen Paritätischem Jugendwerk und der jeweiligen Jugendverwaltung des Landes. Mit seiner Unterstützung für diese Idee signalisiert das Land, dass es die Vielfalt der Initiativen der außerschulischen Jugendarbeit in NRW wertschätzt. Initiativen, hier als Organisationsform gemeint, die ganz überwiegend im Paritätischen ihre Heimat, Beratung und Unterstützung gefunden haben und die vom Lande zunehmend anerkannt werden als das, was sie sind: Die kleinen Schnellboote zwischen den großen Tankern derJugendverbände. Boote, die schneller und wendiger reagieren können auf gesellschaftliche Strömungen und Untiefen, Boote, die auch in flachere oder zugewachsene Gewässer vordringen und die manche Flüsse auch schon mal bis in die Quellgebiete hochfahren können - dorthin, wo die staatliche und verbandliche Jugendarbeit schnell auf Grund läuft. Aber - um im Bild zu bleiben - manchmal wechseln die Winde von Bürokratie, Ökonomie und politischen Themenkarrieren so schnell, das die Initiativen kentern können.

Der Initiativenpreis steht immer unter einem speziellen Thema

Ein Thema, das gezielt und eng umrissen - nicht pauschal im Sinne von "Jugend und Kultur" oder "Junge Menschen und Kreativität" – auf die Suche geht nach praktischen Antworten auf Probleme in der außerschulischen Jugendarbeit. Schon mehrfach ist dabei der Fokus auf Fragen interkulturellen Zusammenlebens gerichtet worden - jeweils mit unterschiedlichem Fokus. Für den diesjährigen Preis suchten wir nach den Projekten und Initiativen, die - wie es im Ausschreibungstext hießt - "gezielt versuchen, das Gegen- oder Nebeneinander der verschiedenen Nationalitäten zu überwinden, um zu einem Miteinander zu kommen." Dahinter steht der Gedanke, dass heute zwar das tolerante Zusammenleben zwischen Menschen unterschiedlicher Ethnien und Kulturen weitgehend gesellschaftlicher Konsens ist. Aber eine uninteressierte Toleranz kann auch Ausdruck von Missachtung sein, denn die Grenzen zwischen Toleranz und Ignoranz können sehr fließend sein. Oder wie die Menschenrechtlerin Seyan Ates feststellte: "Mir kommt Multikulti wie organisierte Verantwortungslosigkeit vor." Die wirkliche Anerkennung der Mitmenschen kommt erst darin zum Ausdruck, dass man nicht nebeneinander her lebt, sondern aktiv an einem Miteinander, an der gemeinsamen Zukunft arbeitet. Dafür muss man Grenzen überschreiten, Wände einreißen, auch die im eigenen Kopf - Wände von Vorurteilen, Gleichgültigkeit und Ignoranz.


Dokumentation Initiativenpreis 2005 - © Paritätisches Jugendwerk NRW